08.03.2021

Die Rolle der Frau – ein Thema, so spannend wie ein alter Hut?

Zu Beginn: allen Mädchen, Frauen und sich weiblich fühlenden Menschen einen schönen Weltfrauentag! Ihr seid wunderbar! Übrigens genauso wunderbar wie alle Burschen, Männer oder männlich fühlenden Menschen.

Aber – heute ist nun mal Weltfrauentag und daher wollen wir dieses Thema näher betrachten. Wusstet ihr, dass dieser Tag 1911 eigentlich nicht als Tag der Wertschätzung von Frauen oder womöglich als Marketinggag ins Leben gerufen wurde, sondern vielmehr als Kampftag hauptsächlich zur Durchsetzung des Frauenwahlrechts? Erst später wurden diesem Tag noch weitere wichtige Themen wie Gleichberechtigung, Wertschätzung von Frauenarbeit und die Hinterfragung der viele Jahrzehnte lang typischen Rolle der Frau hinzugefügt.

Wissen bringt Veränderung.

Frauenbilder haben sich in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrzehnten stark verändert. Mädchen und junge Frauen wurden selbstständiger und selbstbewusster und nicht zuletzt durch die breiten Bildungsmöglichkeiten brachen und brechen Rollenbilder auf. Dennoch existieren auch heute noch viele Vorstellungen in jeder Gesellschaft, und tatsächlich ist es so, dass Frauen immer noch mit vielen Hürden zu kämpfen haben, die für Männer nicht existieren.

Die Rolle der Frau ist und bleibt somit ein Thema, das auch in der Schule seinen Platz finden muss, um junge Menschen zu sensibilisieren und zu kritischem Hinterfragen anzuregen. Umso mehr, da wir in einer multikulturellen Gesellschaft leben, in der unterschiedliche kulturelle Hintergründe und Ansichten aufeinandertreffen. Kein Mensch ist frei von Vorurteilen. Und daher ist es so wichtig, über Rollenverständnisse, Veränderungen und Klischees zu sprechen und sie aktiv zu hinterfragen. Es geht nicht darum, zwischen gut und schlecht zu unterscheiden oder Positionen gegeneinander aufzuwiegeln, sondern um das Bestärken der Kinder und Jugendlichen, etwas aufzubrechen, auch wenn die Erwachsenen oder das Umfeld sagt: Das war doch immer schon so! Das gehört sich so!

Welches Fach ist denn dafür zuständig? Und wie hilft chabaDoo?

Wie in vielen Fällen ist eine Betrachtungsweise wichtig, die möglichst alle einflussgebenden Faktoren mit einbezieht. Es geht darum, Aspekte wie Geschichte, Kultur, Tradition oder Religion nicht fächerisoliert zu betrachten, sondern in Bezug zueinander zu setzen. Genau das kann chabaDoo mit seiner Funktionalität erreichen.

Durch das Kombinieren von Waben mit Inhalten aus den verschiedenen Schulfächern kann ein neues, fächerübergreifendes Verständnis für hochkomplexe Themen erreicht werden – und das spielerisch und ohne erhobenem Zeigefinger. Beispielsweise kann man die Rolle der Frau als Mutter und Hausfrau vor einem geschichtlichen, sozialwissenschaftlichen, religiösen oder geografisch-kulturellen Hintergrund bearbeiten – oder eben alles in Bezug zueinander sehen.

Das Thema in der Praxis.

„Meine SchülerInnen sind da auch sehr interessiert daran“, meint Anita Scheuwimmer, die in der neuen Mittelschule Harbach in Linz unterrichtet. Sie berichtet, dass sich zwischen ihren Schützlingen regelmäßig spannende und lebhafte Diskussionen entwickeln, wenn sie mit Hilfe von chabaDoo derartige Themen behandelt. „Ich habe viele Burschen in der Klasse, die dann gern sagen, Frauen gehören an den Herd, aber die Mädchen geben ihnen dann klar zu verstehen, dass sich diese Zeiten geändert haben,“ lacht sie. „Wir besprechen oft die Rolle der Frau in der Gesellschaft im Lauf der Geschichte oder aber auch genau jene klassischen Rollenbilder, die es auch heute noch gibt. Fotos und Videos über chabaDoo helfen da natürlich sehr, speziell im Distance Learning, wo ich ja nicht unbedingt auf den Klassenraum und seine Infrastruktur zurückgreifen kann.“

Tagesaktuelle und gesellschaftliche Themen in den Kontext des eigenen Umfelds zu setzen hilft den SchülerInnen, gelernte Muster zu hinterfragen und sich mit eigenen Vorstellungen und Vorurteilen zu beschäftigen. „Es ist interessant zu sehen, wie traditionell Familienbilder teilweise noch sind, auch wenn viele aus den unterschiedlichsten ‚modernen‘ familiären Konstellationen stammen,“ so auch Anita Scheuwimmer. „Es geht ja nicht nur um die Emanzipation der Frau, sondern auch um Klischees in der Wahrnehmung, das Verständnis für historische Faktoren und ganz normale und logische Entwicklungen, die vielen gar nicht bewusst sind und trotzdem maßgeblich zum Rollenbild beitragen.“ Auch wichtig: aufklären, diskutieren und nicht schimpfen.

Keiner ist frei von Vorurteilen. Das Bewusstsein macht den Unterschied.

Schließlich und endlich müssen wir uns wohl alle selbst an der Nase nehmen. Viel zu oft tappt man nämlich selbst in die Falle, Menschen und ihr Verhalten zu beurteilen, ohne Hintergründe zu kennen. Das gilt übrigens nicht nur bei der Emanzipation der Frau oder Rollenbildern.

Wir werden die Welt nicht von einen Tag auf den anderen verändern, aber jeder Schritt ist wichtig, damit Mädchen, Frauen und weibliche Transgender-Personen eines Tages wirklich gleichberechtigt behandelt werden. Vieles, das heute schon selbstverständlich und für Kinder kaum zu fassen ist, dass es jemals anders sein konnte, war vor 150 Jahren noch unvorstellbar. Da sollten doch vergleichsweise kleinere Veränderungen viel schneller machbar sein. Es gibt viel zu tun. Fangen wir in der Schule damit an!

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